LHR heisst keine kalten Fingerschmerzen

KALTE FINGER UND SCHMERZEN VERMEIDEN BEIM WASSERSPORT IM WINTER

Viele von uns kennen den stechenden Schmerz in den Fingern, wenn wir im Winter vom Wasser kommen und  die ausgekühlten Finger anfangen, wieder warm zu werden. Gegen diesen Schmerz hilft die LHR-Anwendung.
Die Abkürzung LHR steht für Lewis-Hunting-Response (oder -Reaktion), 1930 zuerst von Thomas Lewis und für Jäger (Hunting) und Fischer beschrieben, mit der dem Phänomen entgegengewirkt werden kann oder es gar nicht zum schmerzhaften Auftauen der Finger kommt.

Kurz gesagt sind die Ursachen der Schmerzen beim Auftauen der Finger ein pulsierender Blutfluss einhergehend mit Blutgefäßeverengungen. Das typische Beispiel: Wir gehen an einem kalten Tag auf's Wasser und nach einer halben Stunde sind die Finger kalt und taub, vielleicht so taub, dass wir nicht einmal mehr fühlen können, wie kalt sie sind. Die Finger wurden eine Weile kaum noch durchblutet. Das geht eine Weile gut, doch wenn wir dann an Land gehen, strömt Blut in die Hände und Finger zurück, und nach ein paar Minuten fühlt es sich an, als bekämen wir elektrische Schläge in die Finger – oft ein unerträglicher Schmerz. Und oft ist das auch der Grund, die Session zu beenden und einzupacken.
Zehn Minuten später ist der Spuk vorbei, die Finger werden wieder warm – und wir können den Rest des Tages ohne Probleme wieder auf’s Wasser. Dies ist der Klassiker, den die meisten von uns kennen.

Das Auskühlen und der geringe Blutfluss in den Händen und Fingern wird bei uns Kitesurfern verstärkt durch den Griff um die Bar, der Stauung und statische Anspannung mitsich bringt. Beim Windsurfen ist es noch schlimmer, da der Griff am Gabelbaum stärker und härter ist als an der Kitebar. Um länger Kitesurfen zu können und um später auszukühlen, verwenden manche jetzt dicke Handschuhe. Die verschieben nun die Taubheit in den Fingern und die kalten Hände nach hinten, nur selten verhindern Handschuhe dies.

Der Trick gegen das schmerzhafte Auftauen der Finger ist nun, nur zehn bis fünfzehn Minuten aufs Wasser zu gehen, dann zurück an Land gehen, tatsächlich vollständig an Land, den Kite zu landen und entspannt herumzugehen, mit den Fingern herumzuwedeln, sie in leichter Bewegung zu halten – eben alles sehr ruhig und entspannt zu machen, so dass sich die Gefäße öffnen können. Das Ganze etwa zehn Minuten durchführen, nicht mehr, da dann der Körper kalt wird. Dann setzt die Lewis-Hunting-Reaktion ein und wir können von jetzt an mit warmen Fingern fahren.
Der Vorteil für uns Surfer im Gegensatz zu z.B. Fischern oder Jägern ist der, dass wir unsere Muskeln so stark benutzen und innerlich warm werden, dass wir unsere Hände von innen erwärmen, was bedeutet, dass unsere Hände und Finger während der Zeit auf dem Wasser sogar wärmer und wärmer werden. Auf diese Weise vermeiden wir kalte Hände und starke Schmerzen und wir können dünnere Handschuhe verwenden.
Wenn dann die Hände im Laufe der Zeit wieder etwas kälter werden, also natürlich kälter werden, bedeutet das dann auch die ganz natürliche Beendigung der Session einfach aufgrund von Erschöpfung.

Probiert es mal mit der Pause am Strand. Wenn danach die Hände warm bleiben und die Schmerzen nicht eintreten, ist das ein prima Gefühl – Ui, ich beherrsche die Lewis-Hunting-Response!
Eine weitere Übung ist es, vor dem Aufbau die Hände im kalten Wasser auszukühlen, dann mit den unterkühlten Händen aufbauen und dabei unbewusst die Entspannung zu verursachen, die zu dem erneut einsetzenden Blutfluss führt. Eventuell kann damit die LHR-Pause nach 10-15 Minuten vermieden werden. Das muss aber mehrfach geprobt werden, um individuell die Zeitabläufe und Auskühlungs- bzw. Aufwärmeffekte für sich persönlich auszuloten.

Viel Spass beim Ausprobieren und viel Erfolg bei der gekonnten Anwendung der Lewis-Hunting-Response. Wir sind neugierig, ob ihr die Reaktion hervorrufen könnt.

 

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